Scoring in sozialen Netzen „Man hat es nicht gerne, wenn Dritte private Daten verwenden“

Finanzwissenschaftler der TU Chemnitz haben überprüft, wie Bankkunden auf Scoring, also die automatisierte Bewertung der Kreditwürdigkeit mithilfe von Daten aus sozialen Netzwerken reagieren. Viele hätten Probleme damit, wenn Banken im Falle einer Kreditvergabe zum Beispiel auf das Facebookprofil zugreifen würden.

 

Manfred Kloiber: Herr Thießen, greifen die Banken bereits auf Daten aus Sozialen Netztwerken zurück?

Friedrich Thießen: Die Banken benutzen selbstverständlich verschiedene Datenbanken, um Informationen über die Ausfallwahrscheinlichkeiten ihrer Kunden zu gewinnen, aber auf soziale Netzwerke greifen sie derzeit noch nicht zu. Das Ganze ist emotional beladen und die Banken wollen da kein neues Kritikfeld aufbauen.

Kloiber: Sie haben Probanden gefragt, welche grundsätzliche Einstellung sie denn dazu hätten, wenn ihre Bank im Falle einer Kreditvergabe zum Beispiel auf das Facebookprofil zugreifen würde. Wie haben die Probanden geantwortet?

Thießen: Ja wir haben den Probanden erklärt worum es geht, wozu eine solche Überprüfung ihrer Social-Media-Daten sinnvoll sein könnte und die Probanden haben das eingesehen, dass man damit vielleicht besser und leichter eine Kreditentscheidung treffen kann, aber besonders gut finden sie das nicht, sie haben darin bestimmte Fairness-Probleme.

Kloiber: Worin bestehen die genau?

Thießen: Die Vorbehalte bestehen eigentlich darin, dass man es nicht gerne hat, wenn Dritte private Daten verwenden und darin herumschnüffeln. Sie bestehen insbesondere auch darin, dass man es auch nicht gerne hat, wenn es zum eigenen Nachteil wird.

Also wenn man davon einen Vorteil hat, dann ist das vielleicht noch möglich. Aber wenn man sich einem anderen gegenüber öffnet und dann hat man davon noch einen Nachteil, dass einem gesagt wird ‚Ne, also mit diesen Daten, da können Sie gar keinen Kredit kriegen‘ – das wird als sehr sehr unfair empfunden.

„Was ich persönlich interessant finde, ist der soziale Druck, der dadurch entsteht“

Kloiber: Wenn man Vorteile hat, würden die Probanden anders reagieren, würden sie vielleicht mitmachen?

Thießen: Sie umschreiben jetzt das Wort „mitmachen“, also sie meinen die Profile faken, fälschen, manipulieren – also darum geht’s im Prinzip. Man kann vielleicht Folgendes sagen: Die Menschen mögen das nicht. Sie wollen eigentlich Facebook als ein Freundschaftsnetzwerk, aber wenn jetzt schon Dritte eingreifen und die Daten kommerziell nutzen, dann antwortet man auch kommerziell und fängt an, seine Eintragungen zu verändern.

Also man passt sich dem System an: Wo sich das System hin entwickelt, so entwickelt man sich auch. Was ich persönlich interessant finde, ist der soziale Druck, der dadurch entsteht. Es wird ja nicht nur meine Seite analysiert, sondern auch geguckt, mit wem ich mich verlinke, das heißt, ich habe dann Beziehungen zu Dritten und werde danach beurteilt, wie meine Freunde sich verhalten. Wenn die alle arbeitslos sind, schlägt das auf mich zurück. Umgekehrt ist das ja so: Wenn ich Freunde und Bekannte habe, dass auch bei denen in die Daten geguckt wird, und wenn ich arbeitslos bin, dann schade ich ihnen. Also da gibt es soziale Beziehungen, dass wird ein sehr enges Netz werden.

Quelle: Deutschlandfunk

Internet der Dinge

Wie wird der Alltag von morgen aussehen? Ohne Vernetzung via Internet ist er nicht mehr denkbar, sagen die Experten. Doch da gibt es noch große Sicherheitslücken.

Das „Internet der Dinge“ soll den Alltag erleichtern. Mit dem „Smart Home“ etwa kann man bequem zum Beispiel seine Wohnungsbeleuchtung anschalten oder schon morgens im Bett den Kaffeeautomaten anwerfen. Weitere Anwendungsgebiete des „Internet der Dinge“ sind „Connected Cars“ in der Automobilindustrie, das „Smart Metering“ in der Versorgung oder „eHealth“ im Gesundheitswesen.

Der Begriff „Internet der Dinge“ bedeutet, dass der PC zunehmend durch kleine intelligente, über Internet vernetzte Computer (Wearables) ersetzt wird, die überall angebracht sind, nicht mehr auffallen und den Menschen bei allen Tätigkeiten unterstützen. Probleme gibt es mit Datenschutz, den Kosten und der Nutzung der einzelnen Informationen durch Firmen.

Die Firmen haben sich längst dem Trend angeschlossen. Samsung will bis zum Jahr 2017 seine Technik so weit entwickeln, dass 90 Prozent der Geräte mit dem „Internet der Dinge“ verbunden sind. Bis 2030 soll IoT 14,2 Billionen US-Dollar zur globalen Wirtschaftsleistung beitragen. Das geht aus aktuellen Studien hervor.

Das „Internet der Dinge“ befindet sich sicherheitstechnisch noch in der Experimentier-Phase. Bis es auf den Markt kommt, müssen vorhandene Sicherheitslücken geschlossen werden. Wie kontrollierbar macht sich der Mensch – wer bekommt zum Beispiel die Daten, wenn der Smart-Home -Nutzer seinen Kaffee trinkt oder sein Licht einschaltet?

Quelle: ARD-Mittagsmagazin

Warum Massenüberwachung auch die zum Schweigen bringt, die nichts zu verbergen haben!

Wer kennt sie nicht, die naiven süffisant lächelnden Schlaumeier, die staatliche Massenüberwachung für vollkommen unproblematisch halten. Denn schließlich habe derjenige der nichts zu verbergen habe, letzten Endes ja auch nichts zu befürchten.

Eine aktuelle Studie zeigt nun aber, dass gerade diese Leute am stärksten in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt werden, sobald sie sich staatlicher Massenüberwachung durch Snowdon, Wikileaks und andere bewußt werden.

Quelle: selbst|bestimmt

Datenschutz einfach erklärt

Tagtäglich wird weltweit eine kaum überschaubare Menge personenbezogener Daten gespeichert und ausgetauscht. Hierbei kommt es immer wieder zu Pannen oder Missbrauch. Diskussionen über Datenschutz und Datensicherheit sind somit von großer Aktualität. Deshalb erklären wir euch, was man unter personenbezogenen Daten und deren Schutz versteht.

Quelle: explainity® Erklärvideo

Smarte Spione – Die eingebaute Überwachung

Die Heizung zeichnet auf, wann Sie ins Bett gehen, der Kühlschrank weiß, ob Sie vorher noch ein Bier getrunken haben, der Fernseher vermerkt, was Sie am liebsten anschauen. Wen sowas interessiert? Ihre Versicherung bestimmt. Einbrecher natürlich. Und vielleicht Ihren Chef, wenn Sie mal krankgeschrieben sind. „X:enius“ testet, was die smarten Helfer zu Hause über uns wissen – und wem sie es verraten.

Wann gehen Sie ins Bett? Hatten Sie vorher noch ein Bier? Ihre Heizung und ihr Kühlschrank wissen das. Der Rauchmelder zählt, wie viele Menschen in welchen Zimmern übernachten. Und der smarte Fernseher merkt sich genau, was Sie wann am liebsten anschauen.

Von der Lampe über die Personenwaage bis zum Stromzähler bieten moderne Haushaltsgeräte smarte Funktionen – und damit automatisch auch Überwachungsmöglichkeiten. Sie produzieren Tausende von Daten über uns. Oft schicken sie diese Daten auch ungefragt an Hersteller, Provider oder Datenhändler, die daraus Persönlichkeitsprofile erstellen. Für diese Profile interessiert sich längst nicht mehr nur die Werbeindustrie.

Kriminelle können damit Einbrüche besser planen, Arbeitgeber mehr über ihre Mitarbeiter und Krankenversicherungen über ihre Kunden erfahren. „X:enius“ trifft Hacker und Sicherheitsexperten, die testen, was die smarten Helfer zu Hause über uns wissen, und wir erfahren, wie wir unsere Privatsphäre in der vernetzten Welt schützen können.

Quelle: Arte