Überwachung und Privatsphäre die grosse Überraschung

Da hat sich diese Woche ja einiges in Richtung Datensammlung, Bespitzelung und Verletzung der Privatsphäre im großen Stil getan. Alle machen mit, keiner weiß Bescheid und jeder ist erstaunt das der andere es auch tut. Überall gibt es neuerdings Tipps wie wir Prism und andern “Spionage-Tools” trotzen können. Doch macht das wirklich Sinn? Daten werden bei den Providern abgegriffen, Verschlüsselungen greifen nicht, weil sie an den richtigen Stellen umgangen werden können. Browserlöcher werden an die NS gemeldet um diese wirkungsvoll nutzen zu können. Das ist ja alles wirklich nicht neu, vielleicht das Ausmaß? Ja, genau das Ausmaß ist schon eine richtige Hausnummer.

Wieviel Überwachung muss sein, muss Überwachung sein?

Aber mal ehrlich, es war doch naiv zu glauben das hier nicht im großen Stil Daten abgegriffen werden. Vielleicht wollt das keiner wahrhaben, dass hat bis vor kurzem nur wenige User wirklich interessiert, solange Image über Privatsphäre geht, oder hat es doch interessiert? Das unsere Mails und Dokumente bei Google, Microsoft und andern mitgelesen werden ist doch wirklich nicht neu. Das alle möglichen Institutionen an unsere Daten kommen wollen, ist auch nicht neu. Das unsere Adressdaten für teures Geld gehandelt werden, ist auch nicht neu. Das die Bundesregierung neue Gesetze zur Überwachung und Vorratsdatenspeicherung verabschieden will, ist natürlich auch nicht neu. Also, wer glaubt das da nicht mehr im Busche ist als wir wissen oder vermuten.

Machen wir uns nichts vor, das was hier aufgedeckt wurde ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs und unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung ist bestimmt noch einiges mehr möglich.

Doch damit nicht genug, da kommt die Polizeigewerkschaft um die Ecke und verkündet, die  US-Überwachung diene als Vorbild für die eigenen Begehren. Meine Herren, das ist schon starker Tobak.

Die Vorstellungskraft lässt uns im Stich

Einzuordnen was da passiert ist nicht einfach, da lässt einen die Vorstellungskraft machmal schon im Stich. Wir können nicht sehen wenn auf unseren Rechnern Trojaner Daten in alle Welt verschieben, wenn jeder unserer Tastenschläge im Hintergrund aufgezeichnet wird und z.B. Kreditkarteninformationen abgefangen und später gegen uns verwendet werden. Erst dann kommt die Vorstellungskraft zurück und holt uns in der realen Welt wieder ein, erst jetzt  verstehen wir was passiert sein muss. Oft aber zu spät.

Der fade Beigeschmack bleibt

Nicht nur die NSA, auch europäische Geheimdienste spionieren Internetnutzer aus. Die NSA tut dieses wahrscheinlich oder sogar bestimmt im größerem Stil. Egal wer, wie viel und was, der fade Beigeschmack der durch die Tatsache entsteht zu wissen das wir ausspioniert werden bleibt.

Aussagen des US-Geheimdienstes: „Wir hacken überall und jeden“, fördern nicht gerade das Vertrauen in die Institutionen. Die Frage bleibt, wo bewegen wir uns hin, auch Aussagen wie Privatsphäre ist das was Google noch nicht weiß ist erschreckend und muss mittlerweile erweitert werden auf, was die NSA und andere Regierungsstellen noch nicht wissen.

Post Privacy

Post Privacy bleibt da nicht nur ein Schlagwort für einzelne die Post Privacy freiwillig Leben. Diese Menschen haben sich dazu entschlossen. Und der Rest? Hat der Rest die Wahl?

Unsere  Privatspähre wirklich vor dem aus?

Immer wieder wird uns weiß gemacht, Privatsphäre gibt es nicht mehr, verabschiedet euch davon. Nein, der Versuch einem davon zu Überzeugen macht es denen leichter die an unsere Daten wollen. In diesem Fall tun wir nichts mehr dagegen und spielen allen anderen in die Hände. Es stimmt schon, es mag den Anschein haben, dass das Unterfangen ein bisschen Privatsphäre in seine Aktivitäten zu bekommen ein aussichtsloser Kampf ist, Don Quijote lässt grüßen. Das ist es aber nicht.

Viele werden denken, was will denn der US-Geheimdienst gerade von mir? Die Wahrscheinlichkeit ist dann doch eher gering. Aber viele andere, die wollen schon. Da sollten wir angefangen, im kleinen und am Ball bleiben.

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